„Ich habe mich an den Sneakers meiner Nachbarin vergangen“

Ein Follower hat uns folgende Erzählung – „Geständnis“ wäre besser ausgedrückt – auf Tumblr geschrieben. Sie ist, so wenig wir sein Tun gutheißen, auf ihre Art wichtig und muss eingeordnet werden.


Die folgende Geschichte wurde durch uns aus dem Englischen übersetzt und war ursprünglich ein Chat. Wir haben uns die Freiheit genommen, Kontext hinzuzufügen wo nötig.

Es begann mit Smalltalk

Ich wohne seit mittlerweile drei Jahren in dem Apartmentkomplex. Meine Nachbarin, um die es hier geht, wohnt schon länger hier. Sie hat einen Partner, ich weiß nicht, ob sie verheiratet sind, habe immer Hemmungen, nach so etwas zu fragen. Jedenfalls haben die beiden ein Kind. Seit dieses Kind da ist, begegnen wir uns seltener und wenn wir zufällig an der Haustür voreinander stehen, hat einer von uns es immer zu eilig, um mehr als „Hi“ zu sagen. Davor haben wir gerne Smalltalk gemacht oder die Gelegenheit genutzt, um als Mieter desselben Hauses einfach ein wenig miteinander zu sprechen. Wir haben eine legendär schlechte Hausverwaltung und die Frage „läuft die Heizung dieses Mal mehr als drei Wochen?“ ist eine Art hausinterner Running Gag.

Ihr Partner ist grummelig und schweigsam. Ich weiß nicht, ob er nur zu mir so ist, jedenfalls wirkt er stets genervt und lässt sich nicht zu einem Gespräch herab.

Ich habe noch nie emotionale Anziehung zu ihr empfunden. Ich bin weder verliebt in sie, noch habe ich mir jemals eine Affäre mit ihr ausgemalt, die über das, was ich für typische, kurzfristig aufflammende männliche Phantasien halte, hinaus geht. [Kontext: Wir haben nach eventuellen romantischen Gefühlen für die Nachbarin gefragt] Man denkt als Mann mit Fußfetisch halt mal „hübsche Füße hat sie ja…“ aber das ist doch normal, oder? Ich habe nie dahingehend gehandelt. Umso trauriger, dass unsere Gespräche im Flur seltener wurden, denn sie trägt gerne Birkenstocks und, wenn es kühler ist, seit drei Jahren dieselben Sneaker.

Die Verlockung im Flur

Vor einigen Wochen habe ich beim Nachhausekommen zum ersten Mal gesehen, dass ihre Sneaker, es sind wirklich arg ausgelatschte Nike Laufschuhe, vor ihrer Wohnungstür standen.

Ich ging zwar einfach daran vorbei, doch der Erotik-Regisseur in meinem Kopf ließ natürlich einen Film vor meinem geistigen Auge abspielen, in dem ich mir die Sneaker schnappe und kurzerhand in meine Wohnung mitnehme. Dort würde ich ausgiebig an ihnen riechen und einfach… ja halt meinen Fetisch ausleben. Man fragt sich, vor allem wenn man ein devoter Mann ist, wie die Füße der Frau wohl duften, ob sie kichern würde, wenn man ihr die Zehen lutscht und so weiter. Die Schuhe standen allerdings nur ein paar Stunden dort. Ich habe meinen kleinen erotischen Gedanken schnell wieder vergessen, habe aber ein paar Mal darauf masturbiert. Wie geil wäre das, wenn ich die Schuhe einfach genommen hätte?

Meine zweite Chance

Die Sneaker habe ich dann eines Abends [erneut] vor ihrer Wohnungstür gesehen. [Kontext: Dieser Teil wurde uns vor der „ersten Verlockung“ mit den Sneakers im Flur erzählt. Wir hatten nachgefragt, weshalb er vermeintlich aus dem Nichts heraus so entschlossen handelte] Sie standen da und sahen, weil sie so stark gebraucht waren, einfach unwiderstehlich aus. Ich habe im Flur innegehalten und mir überlegt, ob ich sie einfach mitnehmen sollte. Ich habe mir dann, weil mir das auf eine komische Art „sicherer“ vorkam, vorgenommen es erst am späten Abend zu tun. Außerdem würde das, sollte das Schicksal quasi verhindern wollen, dass ich etwas so unmoralisches mache, meiner Nachbarin die Zeit verschaffen, die Sneaker in die Wohnung zu holen. Kann ja gut sein, dass meine Nachbarin sie nur für ein paar Minuten draußen trocken lassen wollte und jeden Moment die Tür öffnen würde, um sie rein zu holen.

Ich verbrachte den Rest des Tages bei mir zuhause, habe ein paar Folgen einer Serie geschaut und bin dann zu Bett gegangen. In meinem Bett liegend fielen mir die Sneaker wieder ein. Sollte ich es wirklich wagen? Ich stand auf und begann ein minutenlanges inneres Ringen mit mir. An dessen Ende stand ich, schnell wieder eine Jeans und ein T-Shirt übergeworfen, mit zitternder Hand hinter meiner Wohnungstür, die Klinke schon umfasst. Ich öffnete die Tür einen Spalt und sah, dass das Licht im Flur aus war. Gut.

Endlich Sneakers schnüffeln

Ich schlich mich in den Flur und begab mich ungefähr zehn Meter [Kontext: Aus „Yards“ grob umgerechnet] in Richtung Haustür, in deren Nähe ihre Wohnung lag. Der anständige, beschämte Teil von mir hoffte inständig, dass die Sneaker nicht mehr da waren. Der notgeile Teil von mir jubelte innerlich, als ich die beiden Treter im Halbdunkel ausmachte und kurzerhand ergriff. Ich huschte zurück in meine Wohnung und konnte mein Glück kaum fassen.

Die Sohlen der ausgelatschten Sneaker waren sandig, womit ich mir erklärte, weshalb sie vor der Tür standen. Es war nicht viel Sand, der da auf meinen Boden rieselte, aber genug um einen reinlichen Menschen zu ärgern. Sie musste mit ihrem Kind auf dem Spielplatz gewesen sein. Ich platzierte die Schuhe vorsichtig, noch bevor ich zum ersten Mal daran roch, auf meinem Couchtisch. Ehrfürchtig betrachtete ich meine Beute und aalte mich förmlich in meinem obszönen Mut, die Schuhe zu entführen. Ich würde sie anbeten, wie es sich gebührte.

Mein Höhepunkt mit ihren Sneakers

Vollkommen ohne Bekleidung kniete ich schließlich vor ihnen nieder. Ich hatte ein Kondom übergezogen, um eventuelle „Unfälle“ zu verhindern. Mit zwei Händen weitete ich die Öffnung des linken Schuhs und steckte meine Nasen und Mund-Partie hinein und sog tief die Luft ein.

Sie war wirklich reinlich. Ich nahm kaum wirklichen Fußduft war, sondern vielmehr eine Mischung aus Hautcreme und etwas, bei dem es sich um Reste eines nach Zitrone riechenden Schuhsprays handeln könnte. Das war ein wenig enttäuschend, aber tat meiner erotischen Ekstase keinen Abbruch. Ich kniete vor einem der Schuhe, in dessen Öffnung ich meine Nase steckte und schob mir den anderen Schuh über das Geschlechtsteil [Hinweis: Die originale Wortwahl fiel bedeutend drastischer aus und wir verkürzen einige zu detaillierte Informationen deutlich], um sozusagen Verkehr mit dem Schuh zu haben. Ich erkannte auch, dass sich die Innensohlen der Sneaker herausnehmen ließen. Zum Vorschein kamen weiche Laufeinlagen, in die sich ein unfassbar deutlicher Abdruck ihrer Füße und Zehen eingeprägt hatte. Ich musste meine Bewegungen unterbrechen, um nicht auf der Stelle zu kommen.

Die nächsten Minuten waren ein unglaublicher Genuss. Ich legte die herausgenommenen Innensohlen mit den Abdrücken ihrer Füße auf den Boden vor mir und küsste sie leidenschaftlich, während ich einen der Schuhe liebte. Ab und zu hielt ich inne, um zu prüfen ob das Kondom noch an Ort und Stelle saß und nicht etwa innerhalb des Schuhs abgerutscht war.

Ich erlebte einen unglaublich intensiven Höhepunkt, bei dem mich ihr sanfter Duft durchströmte, während ich das Kondom prall füllte.

Der Weg zurück: die Scham setzt ein

Mit der „Post-Höhepunkt-Klarheit“ setzte auch die Scham über mein Verhalten ein. Ich legte die Sohlen wieder in die Schuhe und zog mich an, nachdem ich die „Beweise“ entsorgt und mich gereinigt hatte. So verstohlen wie ich die Schuhe entführt hatte brachte ich sie wieder zurück. Niemand öffnete in genau jenem Moment die Tür, niemand sah mich und meine Nachbarin schöpfte keinen Verdacht.

Am Morgen danach fühlte ich mich leer. Ich schämte mich für die Art und Weise, wie ich meine Sexualität lebte. Ich schämte mich dafür, dass mein Fetisch so eine Kontrolle über mich ausübt, dass ich so etwas tue. Ich beruhige mich aber damit, dass dieses Verbrechen keine „Opfer“ hatte. Nichts wurde wirklich kaputt gemacht, niemandem ist etwas abhanden gekommen. [Wir fragten ihn hier, was für ihn außer dem Erwischtwerden der denkbar schlimmste Fall gewesen wäre] Hätte meine Nachbarin spät Abends die Schuhe in die Wohnung holen wollen und diese nicht vor ihrer Tür vorgefunden, dann würde ich mich tatsächlich schlecht fühlen.

[Ende der Erzählung]


Unsere Einordnung

Zuerst einmal: Dieses Verhalten ist nicht akzeptabel und es bleibt hoffentlich bei diesem einen Ausrutscher. Wir haben unserem Follower deutlich gemacht, dass wir das nicht unterstützen, es für grenzwertig und quasi-kriminell halten und dieses Verhalten nur zu Vorurteilen gegenüber Menschen mit Fußfetisch beiträgt.

Leider ist das Verhalten symptomatisch.

Männer mit Fußfetisch glotzen Frauen auf die Füße oder sie nerven auf Social Media mit ungefragten Fuß-Nachrichten. Sie bemühen sich um Fuß-Dates, aber stolpern schon beim Anschreiben. Wir sind keine Psychologen und können nur immer und immer wieder hochhalten, wie toll die Community (im Gegenzug) auch sein kann. Und was wir tun können: Die Nachbarin (und mit ihr alle genervten Frauen) um Verzeihung bitten.